
- Entstehung
- 1881
- Erste Aufführung
- 27. November 1882 · Dresden · Franz Wüllner
- Besetzung / Fassung
- 13 Blasinstrumente
Richard Strauss’ Bläserserenade verlangt feines gemeinsames Hören. Eine Linie wird weitergetragen, eine Harmonie verändert sich, eine Klangfarbe tritt aus einer anderen hervor. Der siebzehnjährige Komponist gewinnt aus dieser Zurückhaltung einen geschlossenen, reichen Satz.
Das Werk entstand 1881 und wurde 1882 unter Franz Wüllner in Dresden uraufgeführt. Strauss war mit dem Hornklang seines Vaters Franz aufgewachsen. Vier Hörner verbinden sich hier mit je zwei Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotten sowie einem Kontrafagott. Ohne Streicher entsteht ein voller, zugleich beweglicher Klang.
Die Eröffnung lädt zum genauen Hinhören ein. Der gesangliche Gedanke gewinnt durch hinzutretende Stimmen an Gewicht. Die Führung wandert durch das Ensemble. Auch gehaltene Töne und scheinbar unauffällige Begleitfiguren verändern die Richtung der Melodie.
Strauss nutzt eine Sonatenanlage mit kontrastierenden Themen, Durchführung und Wiederkehr. Hörbar wird sie vor allem daran, wie vertraute Gedanken durch ihre Umgebung einen anderen Ausdruck erhalten. Die Entwicklung verdichtet den Satz, ohne seinen gesanglichen Zusammenhang zu unterbrechen.
Atem und Balance sind unmittelbar Teil der Gestaltung. Die Wärme eines Akkords entsteht aus dem Verhältnis seiner Stimmen. Am Schluss löst sich angesammelte Spannung; die Rücknahme ist mehr als bloßes Leiserwerden.
Bei Novas Spektrum stand die Serenade neben Dvořáks viersätzigem Werk. Dessen Folge von Marsch, Tanz und Gesang traf auf Strauss’ durchgehenden lyrischen Bogen. Beide zeigen die Ausdrucksvielfalt eines Bläserensembles.
Dreizehn Instrumente
Wichtiger als die Zahl ist die Verteilung. Vier Hörner verbinden und stützen die Holzbläser, das Kontrafagott vertieft den Klang. Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotte behalten dabei ihren eigenen Ansatz und ihre charakteristischen Lagen. Der Reichtum entsteht aus wechselnden Kombinationen, nicht aus dauernder Verdichtung.
Die inneren Stimmen
Man muss das Jugendwerk nicht auf Vorzeichen der späteren Tondichtungen reduzieren. Folgen Sie einmal den Mittelstimmen unter der Melodie. Ihre Bewegung gibt dem scheinbar mühelosen Gesang seine harmonische Richtung. Ein Wechsel der Aufmerksamkeit kann bereits innerhalb eines einzigen Akkords stattfinden.
Ein Abend, der bleibt.
Erste dokumentierte Aufführung mit Nova
Nova Spektrum: Klang & Licht
Albert Hall Wien
Orr Guy · Dirigent · Dennis Rudolph · Augmented-Reality-Installation
Richard Strauss
Richard Strauss konnte das Orchester kammermusikalisch zurücknehmen oder zu gewaltiger dramatischer Wirkung entfalten. In Tondichtungen, Opern und Liedern werden Klangfarben zu Trägern von Charakter, Erinnerung und wechselnden Empfindungen.
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