
- Entstehung
- 1918–1919
- Erste Aufführung
- Bühnenmusik, erstmals 1920 in Wien aufgeführt
- Besetzung / Fassung
- Orchester
Korngolds Musik zu Shakespeares Viel Lärm um nichts entstand in Wien, lange vor seiner Arbeit in Hollywood. Ihr melodischer Reichtum und ihre dramatische Genauigkeit gehören zu jener Theatererfahrung, die er später in den Film einbrachte. Die Ouvertüre eröffnet eine Welt rascher Stimmungswechsel.
Die Bühnenmusik wurde für eine Wiener Inszenierung geschrieben, die 1920 erstmals gezeigt wurde. Musik zum Sprechtheater bereitet Auftritte vor, verbindet Szenen und lässt Ungesagtes anklingen. Die Ouvertüre stimmt auf diese Welt ein, ohne die ganze Handlung nachzuerzählen.
Lebhafte Bewegung wechselt mit gesanglichen Bögen. Instrumentierung und Begleitung können dieselbe Phrase witzig oder zärtlich erscheinen lassen. Korngold verbindet die Gegensätze so, dass auch die scheinbar spontanen Wendungen eine klare Richtung behalten.
Achten Sie auf die Stimmen unter der Melodie. Sie treiben an, unterbrechen oder geben einer Phrase Leichtigkeit. Aus solchen Reaktionen entsteht bereits im Orchester eine dramatische Situation, die auch ohne Schauspiel trägt.
Die bekannten Stücke für Violine und Klavier aus derselben Bühnenmusik sind eine andere Auswahl als die Orchesterouvertüre in Novas Programm. Sie eröffnen einen eigenen kammermusikalischen Zugang zum Material.
Im Mai 2022 stand die Ouvertüre bei Nova neben amerikanischen Werken des 20. Jahrhunderts. Korngolds spätere Emigration und seine Filmkarriere verbinden diese Welten biografisch. Die Ouvertüre selbst bewahrt jedoch die Klangsprache seiner früheren Wiener Theaterarbeit.
Musik zum Sprechtheater
Während die Schauspieler den Text tragen, kann Musik einen Übergang gestalten oder die Erwartung verändern. Aus dieser Aufgabe gewinnt die Ouvertüre ihre Wendigkeit. Sie wechselt zwischen festlicher Geste, lebhaftem Austausch und lyrischer Nähe, ohne eine musikalische Zusammenfassung aller Figuren geben zu müssen.
Vor Hollywood
Die Partitur entstand vor Korngolds Filmkarriere. Seine spätere Filmsprache hat hier eine ihrer Wurzeln. Besonders deutlich wird die Verbindung, wenn eine Melodie unverändert bleibt und die Begleitung ihren Ausdruck wandelt. Die Stücke für Violine und Klavier zeigen, wie derselbe theatralische Charakter auch in kleiner Besetzung bestehen kann.
Ein Abend, der bleibt.
Erste dokumentierte Aufführung mit Nova
Sibelius und amerikanische Stimmen
Musikverein Wien · Brahms-Saal
William Garfield Walker · Dirigent
Erich Wolfgang Korngold
Erich Wolfgang Korngold verband die Orchesterkunst des spätromantischen Wien mit unmittelbarer dramatischer Wirkung. Wenige Takte können einen Charakter festlegen; wechselnde Harmonien verändern ihn weiter. Konzert, Oper und Film gehören in seinem Schaffen eng zusammen.
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