
- Entstehung
- 1898–1899
- Erste Aufführung
- Vollständige Variationen: 19. Juni 1899 · London · Hans Richter
- Besetzung / Fassung
- Orchester
„Nimrod“ ist heute häufig bei Gedenkfeiern zu hören. Ursprünglich entstand die neunte Enigma-Variation jedoch als Porträt einer Freundschaft. Sie gilt August Jaeger, dem Verlagsmitarbeiter bei Novello, der Elgar immer wieder ermutigte. Der Titel spielt auf seinen Namen und den biblischen Jäger Nimrod an.
Die vollständigen Enigma-Variationen wurden im Juni 1899 in London unter Hans Richter uraufgeführt. Jede Variation verwandelt das gemeinsame Thema im Bild einer Person aus Elgars Umfeld. Für sich gespielt bildet „Nimrod“ einen geschlossenen Bogen, ist aber kein ursprünglich eigenständiges Trauerstück.
Der Beginn ist außerordentlich zurückgenommen. Die Melodie entfaltet sich ruhig, während die Harmonik Spannung aufbaut und wieder löst. Schon lange vor dem vollen Orchesterklang gewinnt die Musik an Intensität.
Die allmähliche Steigerung bildet das Zentrum. Mit jeder zusätzlichen Stimme verändert sich das Gewicht des Ausdrucks. Dabei muss die melodische Verbindung erhalten bleiben. Ein breites Tempo kann Würde geben; übermäßige Schwere zerlegt den Zusammenhang in einzelne Blöcke.
Am Höhepunkt wird die gesammelte Wärme zur Bekräftigung. Ebenso wichtig ist die anschließende Rücknahme ins Leise. Dieses Verhältnis von persönlicher Nähe und gemeinsamem Ausdruck erklärt einen Teil der Wirkung des Stücks über den Konzertsaal hinaus.
Nova spielte „Nimrod“ beim UNICEF-Benefizkonzert am 12. Juni 2025 und am 21. Juli 2025 im Goldenen Saal. Bei beiden Anlässen blieb die ursprüngliche Verbindung mit Freundschaft und Ermutigung ein sinnvoller Ausgangspunkt für das Hören.
Ein Freund und Beethoven
Elgar verband Jaegers Ermutigung mit einem Gespräch über Beethovens Beharrlichkeit und dessen langsame Sätze. Am Anfang steht damit eine persönliche Erfahrung: Ein vertrauter Mensch hilft einem Künstler durch Zweifel. Die spätere Verwendung bei öffentlichen Zeremonien erweitert diese Bedeutung, ohne sie aufzuheben.
Im Zusammenhang der Variationen
Im vollständigen Werk steht „Nimrod“ zwischen Porträts von ganz anderem Tempo und Charakter. Dadurch fällt seine Weite besonders auf. Bei einer Einzelaufführung muss die Gestaltung diese Proportion aus dem eigenen Verlauf gewinnen. Achten Sie auch auf den Bass: Seine harmonischen Veränderungen verbinden die Phrasen und tragen die große Steigerung.
Ein Werk, zu dem wir zurückkehren.
Erste dokumentierte Aufführung mit Nova
Brahms & Korngold
Musikverein Wien · Großer Saal
Kristīne Balanas · Violine · William Garfield Walker · Dirigent
Edward Elgar
Edward Elgar verband eine eigene musikalische Sprache mit genauer Kenntnis der europäischen Orchestertradition. Neben festlichem Glanz stehen in seinen Werken Zögern, Verletzlichkeit und ein sehr persönlicher Ton.
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